Der snoopz Ratgeber

HALSBAND ODER GESCHIRR?

Hier findest Du die Antwort!

Eine viel diskutierte Frage, die wahrscheinlich jeden Hundebesitzer schon einmal beschäftigt hat. Grundsätzlich hängt die Antwort – wie immer – stark von Deinem Hund und der Situation ab.
Im Folgenden erklären wir Dir individuelle Vor- und Nachteile von Halsbändern und Geschirren und geben Tipps zur richtigen Verwendung und der passenden Größe.

1. Das Halsband

Halsbänder gibt es in vielfältigen Designs, mit verschiedensten Verschluss Techniken und in allerlei Materialien, sowie Breiten und Dicken. Das Halsband hat gegenüber dem Geschirr einige Vorteile, die Dir im ersten Moment vielleicht gar nicht auffallen.
Zunächst lässt sich das Halsband sehr viel einfacher und schneller anlegen als ein Geschirr. Das spart Zeit und manchmal auch Nerven – jeder kennt Situationen in denen es schnell gehen muss, der Hund aufgeregt ist oder dringend sein Geschäft erledigen muss. Ein schneller Handgriff und das Halsband sitzt.
Aus erzieherischer Sicht lässt sich der Hund in vielen Situationen am Halsband besser führen, vor allem in Bezug auf Richtungswechsel, in belebten Situationen oder beim Aufmerksamkeitstraining.
Weiterhin wird mit einem Halsband die Unfallgefahr beim Toben mit anderen Hunden reduziert. Ein Geschirr birgt immer die Gefahr, dass die Vierbeiner sich verhaken und infolgedessen verletzen. Auch beim Rennen durch den Wald bilden Äste eine Gefahr für Geschirre, diese können sich ebenfalls in den Gurten verhaken.

2. Das Geschirr

Das Hundegeschirr hat vor allem gesundheitliche Vorteile. Besonders Hunden die gerne mal an der Leine ziehen oder spontan mit vollem Gewicht in die Leine springen, ist dringend vom Halsband abzuraten. Die empfindlichen Halswirbel können hier schnell Schaden nehmen. Ebenso ist die Gefahr von Quetschungen im weichen unteren Halsbereich gegeben, hier können beispielsweise am Kehlkopf oder an der Luft- und Speiseröhre Verletzungen auftreten. Das Brustgeschirr verteilt diese Belastung auf stabile und großflächige Bereiche, die diesen Druck viel besser vertragen. Auch Muskelverspannungen im Halsbereich werden mit dem Geschirr vorgebeugt.
Das Geschirr ist in den letzten Jahren – auch aus diesen Gründen – immer mehr in Mode gekommen und die Diskussion wird zum Teil sehr emotional geführt. Viele Verfechter des Brustgeschirrs betrachten es schon beinahe als fahrlässige Körperverletzung, dem Hund ein Halsband anzulegen.
Dieser Meinung sind wir nicht, denn es kommt – wie so oft in der Hundewelt – auf die Situation und den Charakter des Hundes an. Vierbeiner, die sich ruhig verhalten, entspannt an der Leine gehen und sich ohnehin am Halter orientieren, laufen kaum Gefahr sich mit einem Halsband zu verletzen. Auch im Freilauf gibt es triftige Argumente ein Halsband zu nutzen – diese haben wir unter Punkt 1 beschrieben.
Halsband oder Geschirr?

3. Richtig messen

A (Geschirr): Der Brustumfang ist das ausschlaggebende Maß zur Bestimmung der richtigen Größe Deines neuen Hundegeschirrs. Er wird nicht etwa direkt hinter dem Knie – also dem Beinansatz – gemessen, sondern einige Zentimeter davor, an der stärksten Stelle der Brust. Lass das Maßband so locker, dass problemlos einen Finger zwischen Maßband und Hund PLatz findet. So garantierst Du Deinem Vierbeiner ausreichend Bewegungsfreiheit und verhinderst Scheuerstellen und mögliche Gelenkprobleme.
B (Geschirr und Halsband): Der Halsumfang lässt sich relativ einfach messen: Lege das Maßband an der Stelle um, an dem sonst das Halsband sitzt und gehe sicher, dass Du – wie beim Brustumfang – einen Finger zwischen Maßband und Hals stecken kannst. Das ermittelte Maß entspricht dem geforderten Halsumfang.
C (Geschirr): Die Oberlänge beschreibt den Abstand zwischen Brustumfang und Halsumfang. Gemessen wird die Oberlänge entlang der Wirbelsäule und der Halswirbelsäule.

4. Unser Erziehungstipp

Ein Dilemma das viele Hundehalter kennen: Einerseits will ich meinem Hund beibringen, dass er entspannt und ohne Ziehen an der Leine neben mir hertrottet – andererseits will ich ihm bei der abendlichen Runde um den Block oder an der Schleppleine signalisieren, dass er sich freier bewegen und selbst orientieren darf.

Wie kommuniziere ich, wann was gewollt bzw erlaubt ist?
Hier haben wir einen simplen und ebenso effektiven Erziehungstipp für dich: Nutze beides, Halsband und Geschirr – und zwar immer. Versuche folgende Regeln zu erreichen:
1. Leine ist am Halsband befestigt
Wenn die Leine am Halsband befestigt ist, wird sich konsequent und ausschließlich an dir orientiert. Kein Stehenbleiben, kein Schnüffeln, kein Markieren, keine Ablenkung. Die Leine am Halsband bedeutet, dass der Hund dir an deiner Seite folgt und nichts anderes tut. Wir empfehlen, die Leine in diesen Situationen recht kurz zu nehmen. Bei mittelgroßen bis großen Hunden kann es hilfreich sein, die Leine um die Hüfte zu legen oder am Gürtel zu befestigen. So bringst du Ruhe und Stabilität an dein Ende der Leine. Generell solltest Du die Kommunikation in diesen Situationen auf ein Minimum herunterfahren. Erwünschtes Verhalten muss jedoch punktgenau und kurz und knapp belohnt werden – das kann ein orientierender Blick zu dir sein, aber auch ein gut funktionierender Richtungswechsel oder ein Stehenbleiben ohne dass die Leine sich spannt. Wichtig ist hier, dass die Belohnung kein Herumtollen, Party machen oder Lobtiraden sind. Unser Tipp: Ein knappes Markerwort (“Gut”, “Top”, “Super” o.ä.), sofort (!) danach ein Leckerli in den Hund. Am besten gar nicht erst stehenbleiben, sonst verknüpft dein Hund die Belohnung irgendwann mit dem Stehenbleiben – das wollen wir natürlich nicht, im Gegenteil.
2. Leine ist am Geschirr befestigt
Das Ausschlussverfahren lässt dich wahrscheinlich schon vermuten, was am Geschirr passiert: Freiheit! Mit dem “Klick” des Karabiners am Verschluss des Geschirrs darf dein Hund loslegen – Schnüffeln, Markieren, Bewegungsfreiheit ausnutzen (wir lassen die Leine locker und geben dem Vierbeiner viel Reichweite und Raum zum Orientieren). Am Geschirr kannst Du auch gerne den Hund entscheiden lassen wo es gerade spannend riecht und welchen Weg ihr einschlagt. Für eure Beziehung ist es natürlich am besten, wenn ihr auch hier gemeinsam Dinge unternehmt – wir empfehlen kleine Suchspiele mit Leckerlis, apportieren an der Schleppleine oder auch mal raufen. So lernt dein Hund eine positive Beziehung zum Geschirr und zu dir aufzubauen.

Der snoopz Ratgeber

Nicht nur die Frage nach Halsband oder Geschirr will gut überlegt sein – auch bei der Anschaffung eines neuen Hundebetts müssen viele Aspekte beachtet werden. Mit dem snoopz Ratgeber erhältst Du einen Überblick über die verschiedenen Modelle, sowie Tipps für die richtige Wahl.